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Das solltest du über dein Dach wissen, bevor du dich für eine PV-Anlage entscheidest!

  • 16. Nov. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Dez. 2025

Viele Hausbesitzer fragen sich, ob sich eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach überhaupt lohnt. Die kurze Antwort: In den allermeisten Fällen ja.


Die längere Antwort: Es kommt auf ein paar entscheidende Punkte an, die du vorab prüfen solltest.


Dieser Leitfaden zeigt dir, verständlich, praxisnah und technisch korrekt, worauf es ankommt, damit deine PV-Anlage sicher, langlebig und wirtschaftlich läuft.


Warum diese Kurve dir zeigt, ob dein Dach wirklich zu deiner PV passt


Grafik: Leistung einer Photovoltaikanlage im Tagesverlauf – Vergleich zwischen Südausrichtung, Ost-West-Ausrichtung und dem typischen Stromverbrauch eines deutschen Haushalts. Darstellung zeigt, warum Ost-West-PV eine gleichmäßigere Erzeugung bietet und oft besser zum Verbrauchsprofil passt.

Was an der Grafik fachlich vereinfacht oder „nicht ganz korrekt“ ist

Damit die Darstellung leicht verständlich bleibt, ist sie bewusst nicht wissenschaftlich exakt. Ein paar Punkte, die man theoretisch anders zeichnen könnte – und warum wir sie hier trotzdem so gewählt haben:


  1. Die Kurven sind stilisiert, nicht gemessen

    In der Realität hängen die Verläufe von vielen Faktoren ab: Jahreszeit, Wetter, Temperatur, Verschattung, Modulwirkungsgrad, Dachneigung, Wechselrichter usw.

    • Eine echte Südanlage hätte z. B. meist eine sehr gleichmäßige, glockige Kurve.

    • Eine Ost-West-Anlage zeigt oft zwei leichte „Wellen“ (leichtes Morgen- und Abendmaximum).In der Grafik haben wir diese Details zugunsten der Lesbarkeit und Klarheit vereinfacht.


  2. „Üblicher Stromverbrauch“ ist von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich

    Single-Haushalt im Homeoffice, Familie mit drei Kindern, Rentnerpaar – alle haben andere Verbrauchsspitzen. Die Verbrauchskurve ist daher ein Durchschnittsbild: Sie soll das Prinzip zeigen („morgens/abends mehr Bedarf“) und nicht deine persönliche Lastgangmessung ersetzen.


  3. Leistung vs. Energie wird nicht explizit getrennt

    Streng physikalisch müsste man zwischen Momentanleistung (kW) und Tagesenergie (kWh) unterscheiden. In der Grafik ist das egal – wir zeigen vor allem das zeitliche Profil: Wann ist viel, wann ist wenig da? Für Hausbesitzer ist das meist hilfreicher als eine technisch perfekte Darstellung mit Zahlenwerten.


  4. Die Größenverhältnisse sind nicht maßstabsgerecht

    Die Kurven sind nicht so skaliert, wie eine echte Anlage in kW aussehen würde.


    Stattdessen liegt der Fokus auf:

    • Form der Kurve

    • zeitliche Lage der Spitzen

    • Überlappung von Erzeugung und VerbrauchDas macht es für Laien deutlich einfacher, den Kern zu verstehen: Wie gut passt meine Erzeugung zu meinem Verbrauch?


Warum diese vereinfachte Darstellung trotzdem extrem hilfreich ist

Auch wenn die Grafik nicht jede physikalische Feinheit abbildet, erfüllt sie genau ihren Zweck:

  • Sie macht auf einen Blick deutlich, warum ein Ost-West-Dach oft besser zum Alltag passt als eine reine Südanlage.

  • Sie zeigt, dass es bei Photovoltaik nicht nur um maximale Spitzenleistung, sondern vor allem um hohen Eigenverbrauch geht.

  • Sie holt Hausbesitzer an einem Punkt ab, den jeder versteht: „Wann brauche ich Strom – und wann produziert meine Anlage ihn?“


Gerade für die erste Orientierung ist so eine visuelle, leicht überspitzte Darstellung oft wertvoller als eine komplizierte, technisch perfekte Grafik, die nur Experten lesen können.


Nachdem du nun verstanden hast, wie unterschiedlich PV-Anlagen über den Tag arbeiten und warum die Ausrichtung dabei eine entscheidende Rolle spielt, schauen wir uns im nächsten Schritt an, wie du dein eigenes Dach realistisch einschätzen kannst. Denn: Die Ausrichtung ist nur ein Baustein. Genauso wichtig sind Dachneigung, Verschattung, Material, Zustand und die technischen Möglichkeiten im Haus. Nur wenn alle Faktoren zusammenpassen, entsteht eine Anlage, die über 20–30 Jahre zuverlässig läuft und wirtschaftlich arbeitet.


1. Ausrichtung deines Dachs – Wirklich entscheidend oder doch überschätzt?

Die Grafik oben hat gezeigt:Ein Süddach liefert die höchste Spitzenleistung, aber Ost-West-Dächer produzieren verteilungstechnisch oft sinnvoller für den Alltag.


Warum das wichtig ist:

  • Südausrichtung = hohe Mittagsleistung

  • Ost/West-Ausrichtung = Strom dann, wenn Haushalte ihn typischerweise brauchen

  • Nordaussrichtung = selten geeignet, außer mit technischen Sonderlösungen (z. B. Flachdach-Aufständerung)


Wichtig ist: Moderne PV-Module sind so leistungsfähig, dass 90 % der Dächer in Deutschland problemlos genutzt werden können.


2. Dachneigung – warum fast jede Neigung funktioniert


Viele Hausbesitzer denken, ihr Dach müsse den „perfekten“ Winkel haben. Aber in der Praxis gilt:

  • Ideal: 30–40 Grad

  • Sehr gut: alles zwischen 20–45 Grad

  • Über 45 Grad: weiterhin solide Erträge, besonders in Südrichtung

  • Unter 10 Grad (Flachdach): problemlos mit Aufständerung machbar


Ein weit verbreiteter Irrtum:

„Wenn der Winkel nicht stimmt, lohnt sich die Anlage nicht.“

Das Gegenteil ist der Fall: Der Montagewinkel kann bei vielen Dächern aktiv optimiert werden. Gerade Flachdächer sind wahre Flexibilitäts-Champions.


3. Verschattung – der wichtigste, aber meist unterschätzte Faktor


Schatten ist ein Ertragskiller. Doch nicht jeder Schatten bedeutet das Ende aller PV-Träume.


Wodurch Verschattung entsteht:

  • Bäume, die im Sommer stark austreiben

  • Gauben, Kamine, Satellitenschüsseln

  • Nachbarhäuser oder hohe Gebäude

  • Masten, Türme, Mobilfunkanlagen

  • saisonale Veränderungen (Wintersonne vs. Sommersonne)


Warum Verschattung heute weniger dramatisch ist als früher

Früher reduzierte ein schattiges Modul die komplette Reihe – heute gibt es:

  • Leistungsoptimierer je Modul (MLPE)

  • Intelligente Wechselrichter

  • Softwaregestützte Verschattungsanalysen


Das bedeutet: Selbst teilweise verschattete Dächer können heute wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden.



4. Dachzustand – hält dein Dach die nächsten 20–30 Jahre?


Eine PV-Anlage ist eine der langlebigsten Investitionen am Haus. Darum muss die Dachkonstruktion ebenfalls stabil sein.


Woran wir erkennen, ob ein Dach „solarfit“ ist:

  • Ziegel sind stabil, nicht brüchig

  • Kein Feuchtigkeitseintrag oder Schimmel

  • Sparren sind gesund, stabil, nicht morsch

  • Die Dachfläche ist nicht durchhängend

  • Keine lose sitzenden oder rissigen Pfannen


Wenn das Dach ohnehin in den nächsten Jahren erneuert werden muss, empfehlen wir: Erst die Neueindeckung, dann die PV – und am besten direkt mit PV-Halterungen integriert. Das spart Geld, Aufwand und macht die gesamte Konstruktion langlebiger.


5. Dachmaterial – was wirklich gut funktioniert und was nicht


Das Material beeinflusst, wie die PV montiert wird, nicht ob sie montiert werden kann.


Sehr gut geeignet:

  • Ziegel

  • Betondachsteine


Gut geeignet:

  • Blechdächer (mit Aufklemmsystemen)


Nicht geeignet:

  • Eternit-/Asbestdächer → gesetzlich verboten, brandgefährlich, vorher immer Sanierung


Sonderfall:

  • Reetdächer → möglich, aber sehr teuer und aufwendig, daher meist unattraktiv


6. Platzbedarf im Haus – wo die Technik später tatsächlich hin muss


Viele Kunden sind überrascht, dass für Wechselrichter, Speicher und Zähleranpassungen mehr Platz benötigt wird als gedacht.


Typische Installationsorte:

  • Hauswirtschaftsraum

  • Keller

  • Garage

  • Abstellraum mit guter Belüftung


Was wichtig ist:

  • kurze Kabelwege

  • trockene Umgebung

  • ausreichender Abstand zur Wand

  • Sicherheit & Brandschutz gemäß DIN-Normen


Je besser dieser Bereich vorbereitet ist, desto sauberer und schneller lässt sich die Anlage installieren.


7. Wie viel Leistung wirklich auf dein Dach passt


Eine schnelle Faustregel:

  • 1 kWp ≈ 5–6 m² Dachfläche

  • Ein typisches Einfamilienhaus → 6–12 kWp

  • Größere Dächer → 15–20 kWp und mehr


Aber: Die Größe deiner Anlage sollte nicht nur von der Fläche, sondern von folgenden Faktoren abhängen:

  • aktuellem Jahresstromverbrauch

  • geplanten Stromverbrauchsänderungen (E-Auto, Wärmepumpe, Kinder, Homeoffice)

  • gewünschtem Autarkiegrad

  • Budget

  • Speichergröße


Darum simulieren wir für jeden Kunden mehrere Varianten, statt nur eine fixe Größe vorzuschlagen.


8. Blitz- und Brandschutz – klingt kompliziert, ist aber Standard


Eine PV-Anlage muss sicher sein. Daher prüfen wir im Vorfeld:

  • Überspannungsschutz (seit 2018 Pflicht)

  • vorhandene Blitzschutzanlagen

  • Normen für Leitungsführungen

  • Brandschutzmaßnahmen bei Durchführungen


Für Hausbesitzer ist das Thema oft einschüchternd, aber in der Praxis gilt: Wenn fachgerecht installiert wird, gehört PV heute zu den sichersten technischen Systemen am Haus.


Fazit: Ein Dach muss nicht perfekt sein – es muss passend geplant sein


Die Grafik am Anfang dieses Artikels zeigt es deutlich: Nicht maximale Spitzenleistung entscheidet – sondern wie gut die Erzeugung zu deinem Alltag passt.


Viele Dächer, die auf den ersten Blick „schwierig“ wirken, liefern in moderner PV-Technik hervorragende Werte.


Die Wahrheit lautet:

  • Ein Süddach ist schön, aber kein Muss.

  • Ein Ost-/West-Dach ist im Alltag oft wirtschaftlicher.

  • Ein Flachdach ist extrem flexibel.

  • Leichte Verschattungen sind heute kein Ausschlusskriterium.

  • Der Dachzustand und das Material lassen sich fast immer berücksichtigen.


Ob sich eine Photovoltaikanlage auf deinem Dach wirklich lohnt, kannst du übrigens schon vor unserem Vor-Ort-Termin selbst online prüfen.


Mit unserem kostenlosen PV-Onlinekonfigurator erhältst du in wenigen Minuten eine erste Einschätzung zu Kosten, Ertrag, Wirtschaftlichkeit, Autarkiegrad und den wichtigsten technischen Eckdaten – basierend auf deinen Angaben und deinem Standort im Raum Oelde, Ahlen, Ennigerloh, Beckum und dem gesamten Münsterland.


Die richtige Planung entscheidet über 20–30 Jahre Ertrag – nicht das Dach allein.

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